Nasenbluten stoppen – diese Hausmittel bei Nasenbluten helfen

Nasenbluten stoppen – diese Hausmittel können helfen

Nasenbluten stoppen HausmittelManchmal scheinen sich überlieferte Mittel gegen bestimmte Leiden unendlich lange im Bewusstsein der Menschen zu halten, auch wenn sie medizinisch nicht belegbar oder sogar widerlegt sind. War man beispielsweise früher der Ansicht, Schnaps helfe bei jeder Art von Magen- und Darmkrankheit, so weiß man heute, dass mit Schnaps oft mehr Schaden als Nutzen angerichtet werden kann. Trotzdem wird er nach wie vor an Magen- und Darmpatienten verabreicht. Genauso verhält es sich mit den traditionellen Methoden gegen Nasenbluten. Es scheint, als ob genau die Rezepturen und Verhaltensweisen, die wir aus Omas Zeiten kennen, genau das Gegenteil von dem erreichen, was wir damit bezwecken wollen.

Also Vorsicht:

Wenn man heute Hausmittel gegen Nasenbluten sucht, ist das Wirkungsvollste das genaue Gegenteil von dem, was man uns früher angeraten hat.

Welches sind die effektivsten Hausmittel gegen akutes Nasenbluten?

Man sollte auf keinen Fall den Kopf in den Nacken legen, sondern ein wenig vornübergebeugt sitzen bleiben. Ein Kopf im Nacken lässt das Blut durch die Speiseröhre in den Verdauungstrakt abfließen, was Übelkeit verursacht.

Am besten ist es, den betreffenden Nasenflügel möglichst weit oben am Ende des Nasenbeins abzudrücken und zu warten, bis die Blutung größtenteils abgeflaut ist.

Dieses Abdrücken gehört zu den mechanischen Anwendungen. Daneben gibt es noch mehrere thermische Methoden, das heißt, der Blutfluss wird mit Hilfe von Temperaturreizen reguliert. Ein Kältekissen auf den Nacken gelegt kann genauso Wunder wirken wie ein feucht-kaltes Handtuch oder ein mit Eiswürfeln gefüllter Waschlappen. Wer den Kältereiz verträgt, kann auch die Stelle zwischen Stirn und Nase mit Eis kühlen.

Was tun bei häufig auftretendem Nasenbluten?

Bei manchen Kindern und jungen Erwachsenen kann das Nasenbluten zu einer echten Belastung werden, da es immer und überall auftreten kann, ohne dass die Nasenschleimhaut durch äußere Einwirkung gereizt wurde. In diesem Fall empfiehlt sich das Experimentieren mit Tamponaden. Man spart sich die blutigen, unappetitlich aussehenden Taschentücher und kann entspannt warten, bis die Blutung aufhört. Ein Nasentampon kann aus Watte oder einem Papiertaschentuch gerollt werden. Dabei sollten Sie saubere Hände haben und auf einer sauberen Unterlage arbeiten. Führen Sie den gerollten Nasentampon in das betroffene Nasenloch ein und belassen Sie ihn für einige Minuten dort. Wenn es Ihnen hilft, fetten Sie ihn vorher mit etwas Nasensalbe ein.

Kneipp

Kneipp empfiehlt neben einer kalten Nackenauflage auch kalte Fußbäder, Wassertreten im Allgemeinen, Barfußgehen und die Verwendung einer milden Kräuter-Nasensalbe. Diese soll einer Überreizung und Austrocknung der Nasenschleimhaut vorbeugen. Wer möchte, kann eine solche Salbe mit Kräutern wie Hirtentäschel oder Schafgarbe selber herstellen. Aus diesen beiden Kräutern kann auch Tee zubereitet werden. Diesen können Sie entweder vorbeugend zu sich nehmen oder eine Tamponade damit tränken und in die Nase einführen – allerdings nur bei nicht akutem Nasenbluten.

Vielleicht sind folgende Tipps und Tricks nicht wirklich nachvollziehbar, und vielleicht besteht ihre Wirkung eher darin, dass die Patienten auf eine bestimmte Weise abgelenkt werden und die Blutung damit gestoppt wird. Auf jeden Fall gehört in diese Kategorie das Riechen an einer frisch geschnittenen Zwiebelhälfte. Die ätherischen Zwiebelöle sollen tief eingeatmet werden, bis die Blutung deutlich abnimmt. Ebenso verhält es sich mit dem sicher nicht sehr angenehmen Essig-Wasser oder Zitronensaft-Wasser-Gemisch, das schnell in die Nase hinaufgezogen werden soll.

Akupressur

Auch die Akupressur hat ihre Tipps gegen Nasenbluten: Die Kuppe des kleinen Fingers sollte kräftig auf den Nasenflügel gedrückt werden, aus dem kein Blut kommt. Diesen Vorgang sollten Sie mindestens zwanzig Sekunden durchhalten und mehrere Male wiederholen.

Naturheilkunde und Homöopathie

Hildegard von Bingen, die gelehrte Äbtissin und Naturwissenschaftlerin aus der Pfalz, die uns uraltes Heilwissen hinterlassen hat, empfiehlt bei Nasenbluten, eine Mischung aus zwei Dritteln frischem Dill und einem Drittel frischer Schafgarbe auf Brust, Stirn und Schläfe zu legen. Sollten diese nicht frisch verfügbar sein, sollten sie getrocknet zu einem Pulver zerrieben, mit ein wenig Wein angefeuchtet und in ein Säckchen gefüllt werden. Dieses können Sie dann ebenso auf oben genannte Körperteile auflegen.

Die Homöopathie, deren Basiswirkstoffe mehrheitlich von Pflanzen stammen, schwört auf China officinalis, das ist der wissenschaftliche Name der Chinarinde, Arnika und Schafgarbe. Deren Wirkstoffe können als Globuli oder gelöst in Alkohol eingenommen werden. Normalerweise sind diese in beinahe jeder Apotheke erhältlich. Bach-Notfalltropfen gehören bei Liebhabern von Naturheilkunde und Naturhausmitteln sowieso in die Hausapotheke und können bei jeder Attacke von Nasenbluten eingesetzt werden.

Eine interessante Variante findet sich ebenso bei Hildegard von Bingen, die als Erste die Heilkraft der Steine beschrieben hat. Laut dieser soll der Heilstein Karneol längere Zeit in warmen Wein gelegt und dieser dann getrunken werden. In diesem Falle wäre wirklich erst zu beweisen, ob der Karneol oder der Wein seine Wirkung getan hat.

Auf jeden Fall lohnt es sich, verschiedene Hausmittel gegen Nasenbluten auszuprobieren. In fast allen Fällen ist Nasenbluten total harmlos und nur ein Symptom für eine überreizte Nasenschleimhaut oder Gewalteinwirkung auf die feinen Blutgefäße. Sollte das Nasenbluten jedoch sehr häufig bis täglich einsetzen, sind die Ursachen unbedingt ärztlich abzuklären. In wenigen Fällen kann Bluthochdruck (Hypertonie) die Ursache sein, bei dem kein Hausmittel mehr eingesetzt werden sollte, sondern professionelle Medikamente.

Sie sollten vor allem bei Kindern nicht vergessen, dass es die Blutmenge ist, die den Schrecken verursacht. Das Bluten selber tut ja nicht weh und ist verhältnismäßig leicht in den Griff zu bekommen. In diesem Sinne, keine Panik, sondern Hausmittel eingesetzt!