Welche Nebenwirkungen hat Kaffee?

Welche Nebenwirkungen hat Kaffee?

Kaffee-Fakten: Kaffee ist das liebste Frühstücksgetränk der Deutschen; bis zu 150 Liter trinkt der Durchschnittsdeutsche im Jahr. Deutschlandweit bedeutet das 73 Milliarden Tassen Kaffee im Jahr. Dabei nehmen sie jeden Tag ca. 200 mg Koffein auf. Im internationalen Vergleich trinken die Finnen am meisten Kaffee. Kaffee ist vor allem für seine Konzentrations- und Leistungssteigernde Wirkung bekannt und beliebt und es ranken sich zahlreiche weitere Mythen um das Heißgetränk. So soll Kaffee zum Beispiel schön machen, beim Abnehmen helfen, Kopfschmerzen verschwinden lassen, das Risiko an Krebs zu erkranken senken oder vor Diabetes schützen. Keine diese Theorien ist jedoch wissenschaftlich ausreichend belegt, obwohl zahlreichende Studien und sogar Tierversuche durchgeführt wurden um Beweise für positive Auswirkungen von Kaffee und Koffein zu finden.

Wussten Sie übrigens schon, dass Kaffeepflanzen das Koffein eigentlich als Insektengift produzieren, um sich so vor Schädlingen zu schützen?

Wirkung von Kaffee

welche nebenwirkungen hat kaffeeUm zu verstehen, wie Koffein im Körper wirkt, muss man zunächst einen kleinen Einblick in das menschliche Nervensystem haben. Die Synapsen in unseren Gehirnen leiten Reize und Befehle über Transmitter und Rezeptoren weiter. Hormone und andere Stoffe sorgen dafür, dass ein oder mehrere bestimmte Transmitter ausgeschüttet werden, die dann an einen spezifischen Rezeptor binden und so dazu führen, dass die Information weitergeleitet werden. Stellen Sie sich dies am Beispiel Adenosin vor. Adenosin entsteht in unserem Körper unter anderem als Abbauprodukt des Energielieferanten ATP. Umso mehr ATP verbraucht wird, desto mehr Adenosin sammelt sich in unserem Körper. In unserem Gehirn bindet Adenosin dann an bestimmte Rezeptoren und vermitteln uns so das Signal, dass wir müde werden.

Und an dieser Stelle setzt Koffein an. Die Wirkung beginnt ca. 30 – 45 Minuten nachdem wir die Tasse getrunken haben. Koffein ähnelt in seiner Struktur dem Adenosin und kann so die Adenosin-Rezeptoren besetzen. Dabei ist Koffein jedoch nicht in der Lage das Erschöpfungs-Signal weiterzuleiten, sondern blockiert einfach nur den Rezeptor, so dass das Adenosin nicht mehr andocken kann. Die Müdigkeit bleibt also aus – zumindest so lange bis das Koffein zerfallen ist und die Rezeptoren wieder frei werden. Koffein hat eine Halbwertszeit von vier Stunden, bei Schwangeren kann es bis zu 20 Stunden dauern, bis die Hälfte des aufgenommenen Koffeins abgebaut ist. Dann tritt die Müdigkeit schlagartig ein, da sich so viel Adenosin angesammelt hat. An diesem Punkt gehen wir dann los und besorgen uns die nächste Tasse Kaffee.

Koffein ist natürlich nicht nur in Kaffee enthalten, sondern auch in Softgetränken wie Cola, aber auch in Schokolade oder Tee. Dabei wird das in Tee enthaltene Koffein Teein genannt und nicht wie Koffein schon bei Kontakt mit der Magensäure freigesetzt, sondern entfaltet seine Wirkung erst im Darm, wodurch es später zu wirken beginnt aber dafür auch länger andauert.

Außerdem hat Koffein bekanntermaßen einen Einfluss auf das Herz und die Blutgefäße. Vor allem bei Menschen, die Kaffeekonsum nicht gewohnt sind, kommt es häufig zu einer Erhöhung der Pulsfrequenz und zu einem Anstieg des Blutdrucks.

Bei Personen, die jeden Tag mehrere Tassen trinken tritt bereits nach wenigen Tagen ein starker Gewöhnungseffekt ein, so dass das Koffein kaum noch Auswirkungen auf Puls und Blutdruck hat. Dies gilt jedoch auch für die anderen Zufuhr von Koffein erhöhet sich nämlich die Zahl der Adenosinrezeptoren, so dass man im Endeffekt dann mehr Koffein zu sich nehmen muss um der Müdigkeit entgegen zu wirken.

Dieses Phänomen kennen wir noch aus einem anderen Kontext: Sucht.

Kaffee als Suchtmittel

Ja, Koffein ist ein Suchtmittel. Ähnlich wie bei Alkohol und Drogen oder auch anderen Suchtverhaltensarten benötigt unser Körper nach einer gewissen Zeit immer größere Mengen von dem Suchtmittel um wieder in den angestrebten Zustand zu gelangen, da unsere Rezeptoren sich anpassen und an das Suchtmittel gewöhnen.

Und doch ist Koffein frei verkäuflich. Und die meisten von uns wissen nicht einmal, dass sie abhängig sind.

Dabei ist der Selbsttest sehr einfach; verzichten Sie einfach ein paar Tage auf Koffein. Treten Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit auf sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit Koffeinabhängig. Die Entzugszustände können bis zu zwei Wochen anhalten.

Wieso sollte ich einen Entzug machen, könnten Sie sich jetzt fragen, Kaffee ist doch nicht schädlich?!

Auch hier gibt es ebenso wie bei den positiven Auswirkungen von Kaffee viele Vermutungen und Forschungsansätze und Studien.

Welche Nebenwirkungen hat Kaffee?

Zu den bekanntesten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen und Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Schon 300 mg Koffein können zum Zittern der Hände, einem Anstieg des Blutdrucks und einem teilweise sogar schmerzhaften Druckgefühl in der Brust führen. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass jeder Mensch anders reagiert.

Obwohl noch nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte, dass Kaffeekonsum tatsächlich ernsthafte Erkrankungen des Herz-Kreislaufssystems auslösen kann, ist zumindest unumstritten, dass Koffein sich bei einigen bestehenden Vorerkrankungen nachteilig auswirken kann. Dazu gehören Bluthochdruck, Osteoporose und Herzkrankheiten, sowie Schwangerschaften. Da Koffein Zustände wie Bluthochdruck und Vorhofflimmern verstärken kann, kann es leicht zu ‚harmloseren‘ Phänomenen wie Kopfschmerzen, Tremor, Schlaflosigkeit, Schwindel, Kurzatmigkeit und Nervosität kommen, aber auch zu folgenschwereren Erscheinungen wie Herzrasen und -stolpern, Sehstörungen, Taubheitsgefühlen und Lähmungen führen. In diesen Fällen kann es sogar zu Schlaganfällen und Herzstillständen kommen, die dann unter Umständen zum Tod führen. Patienten mit Herz- oder Kreislauferkrankungen sollten deswegen unbedingt mit ihrem Arzt klären, ob und wie viel Kaffee für sie unbedenklich ist.

Durch die entwässernde und harntreibende Wirkung von Koffein und dem damit einhergehenden Elektrolytverlust kann eine bestehende Osteoporose verschlimmert werden, so dass das Risiko für Frakturen steigt.

Für Schwangere und stillende Mütter ist der Koffeingenuss auch mit gewissen Risiken verbunden. Es gibt Theorien, dass ein starker Koffeinkonsum in der Schwangerschaft Fehlgeburten auslösen kann. Diese sind zwar noch nicht eindeutig bewiesen, doch es steht auf jeden Fall fest, dass Koffein das Geburtsgewicht des ungeborenen Babys senken kann, was für das Neugeborene schließlich auch eine gesundheitliche Komplikation darstellen kann.

Da Schwangere Koffein deutlich langsamer abbauen, sollten sie ihren Kaffeekonsum zumindest auf zwei bis drei Tassen am Tag reduzieren, um zu vermeiden, dass der Koffeinspiegel so stark ansteigt, dass es zur Überdosis und Nebenwirkungen wie Schwindel, Tremor, Schlafstörungen usw. kommt.

Dasselbe gilt für Babys, auch sie bauen Koffein sehr schlecht und extrem verlangsamt ab, sodass bereits geringe Dosen, die sie durch die Muttermilch aufnehmen, schädlich sein können.

Schlafstörungen können bei allen Kaffeetrinkern auftreten, da Koffein sogar 6 Stunden nach dem Konsum noch die Adenosinrezeptoren blockiert und so das Einschlafen verzögert und für einen sehr unruhigen Schlaf sorgt. Als Folge sind wir dann am nächsten Morgen so kaputt, dass wir gleich wieder eine Tasse Kaffee brauchen. Ein Teufelskreis, der den meisten aber eher wie eine harmlose Gewohnheit vorkommt.

Eine weitere Nebenwirkung von Kaffee, die in der DIskussion steht ist das auftreten von Magen-Darm-Beschwerden, wie z.B. Verstopfungen, Magenschleimhautentzündungen etc. Hier ist jedoch tatsächlich nicht das Koffein verantwortlich, sondern der Kaffee selbst. Durch das kurze, intensive Rösten der Kaffeebohnen werden Bitterstoffe freigesetzt, die unsere Magenschleimhaut angreifen und schmerzhafte Entzündungen verursachen können. Dieses Risiko kann man zumindest verringern, indem man Milch in seinen Kaffee gibt, oder auf Espresso umsteigt, da die Bohnen hier länger geröstet werden und so weniger Bitterstoffe entstehen.

Dies verringert jedoch nicht die anderen Gefahren, die ein regelmäßiger Kaffeekonsum mit sich bringt.

Zu den weiteren unerwünschten Nebenwirkungen von Kaffeekonsum gehören unschöne Verfärbungen der Zähne. Doch die Erscheinung ist nicht das Hauptproblem, sondern die Ablagerungen auf den Zähnen, die die Entstehung von Karies begünstigen und so schmerzhafte Behandlungen beim Zahnarzt nach sich ziehen können. Wenn Sie zu den Leuten gehören, die erst dann zum Zahnarzt gehen wenn es sich vor Schmerzen nicht mehr aushalten lässt, können die Zähne unter Umständen sogar schon nicht mehr zu retten sein.

Je nach Zubereitungsart können im Kaffee bestimmte Lipide vorhanden sein, die im Körper den Cholisterinspiegel erhöhen. Ein erhöhter Cholisterinspiegel im Blut kann zu Ablagerungen an den Gefäßwänden führen, was in letzter Konsequenz Herz-Kreislauf-Beschwerden nach sich ziehen kann, die teilweise auch tödlich enden.

Des weiteren ist bislang ungeklärt, wie Koffein sich auf die Potenz und Fruchtbarkeit von sowohl Männern als auch Frauen auswirkt. Zumindest Frauen die eine künstliche Befruchtung anstreben, wird empfohlen auf Kaffee zu verzichten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Koffein tritt mit einigen Medikamenten und Suchtmitteln in Wechselwirkung, was in manchen Fällen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann.

Dazu gehört zunächst einmal Alkohol. Alkohol induziert eine verstärkte Adenosinausschüttung wodurch wir müde werden, während Koffein jedoch die Adenosinrezeptoren blockiert. So kann es leicht passieren, dass wir die Auswirkungen unseres Alkoholkonsums unterschätzen, uns leistungsfähiger fühlen als wir eigentlich sind, und so uns und andere in gefährliche Situationen bringen können.

Beim gleichzeitigen Konsum von Kaffee und Halluzinogenen kann es vermehrt zu Horrortrips kommen.

Wenn Koffein zusammen mit Stimulanzmitteln wie Kokain, Ecstasy oder Speed eingenommen wird, verstärkt sich die Belastung für das Herz-Kreislauf-System und das Risiko einer bedrohlichen Dehydration steigt.

Auch die Wirkung von Nicht-Opioden ANalgetika wie Paracetamol kann durch Koffein verstärkt werden, sodass eine geringere Dosierug empfehlenswert wäre, um Komplikationen zu vermeiden.

Fazit

Kaffee ist ein Suchtmittel, das von vielen unterschätzt wird. Es steht im Verdacht Fehlgeburten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Koffein wirkt sich negativ auf bestehende Erkrankungen aus und kann starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Nur wenigen ist klar, dass die Müdigkeit, die sie mit dem Kaffee bekämpfen überhaupt erst durch diesesn ausgelöst wurde und befinden sich in einem gefährlichen Teufelskreis.

Wir nutzen Cookies um dir passende Inhalte zu präsentieren und dein Surfvergnügen zu optimieren, aktivieren die Cookies aber erst, wenn du auf Akzeptieren klickst. Weitere Informationen

Wir benutzen Google Analytics, um zu ermitteln, welche Inhalte unsere Besucher sehen wollen und welche nicht. Eingebettete Youtube-Videos helfen dir mittels Cookies nur die Videos zu sehen, die du sehen willst.

Schließen